Bearbeitungen
Der Dehio im Wandel der Zeit
Beispiel: Orangerie Kassel
Beispiel: Schlosskirche Chemnitz
 
 

Aus: Dehio Mitteldeutschland, 1905 - Wittenberg
Apotheke L. Cranachs. Straßenseite durch neuen Verputz entstellt, besser erhalten der Hof, darin ein nicht sicher zu deutendes Relief eines Geharnischten.


 
Plan der Innenstadt Wittenbergs aus dem Dehio Sachsen-Anhalt II, 1999.
Die Nummern 12 und 13 bezeichnen die Cranachhöfe.
 

Aus: Dehio Bezirk Halle, 1976 - Wittenberg
Schloßstr. 1, Ecke Elbstr., Cranach-Haus, spätestens 1512 von Lucas Cranach d.Ä. erworben und angeblich neu erbaut, seit 1520/27 bis 1547 mit Apotheke und Schankrecht, seit 1544 im Besitz Lucas Cranachs d.J.; der stattliche Bau früher mit gereihten Volutengiebeln, heute nur noch als Baukörper erh., das Durchfahrtsportal mit Rustikagewände und Wappen wohl 1607, die Inschr.Tafel darüber 1773 dat. Im 4seitig umbauten Hof ein 8eckiger Treppenturm. Daran das fragmentierte Sandsteinrelief des sog. Fahnenritters, des Kurfürsten Johann Friedrich d. Großmütigen, 1542/43 von Meister Ohßwalt für das Elstertor geschaffen, 1547 auf Weisung des Kurfürsten in L. Cranachs Haus verbracht.

Aus: Dehio Sachsen-Anhalt II, 1999 - Wittenberg, Wohnhausbau
Schloßstr. 1. Cranach-Hof. Ausgedehnte Hofanlage der Renaissance unter Verwendung von Teilen eines mittelalterlichen Vorgängers (vermuteter Sitz der Vogtei; in der südöstl. Ecke Rest eines spätmittelalterlichen Stadtmauerturms), seit 1518 im Besitz Lucas Cranachs d.Ä., der hier seine Werkstatt als kursächsischer Hofmaler sowie die Apotheke und einen Süßweinausschank betrieb, 1544 Eigentum Cranachs d.J., E. 16. Jh. seines Schwiegersohns Polycarp Leyser. Vorderhaus. Verputzter Backsteinbau, im Kern dreigeschossiges Traufenhaus von neun Achsen, mit profilierten Sandsteinfenstergewänden; die Gewände der beiden östl. Achsen im I. Obergeschoß mit gekreuztem Stabwerk, vor M. 16. Jh. Rundbogiges Portal mit Rustikarahmung und den Wappen Cranachs und Leysers, 1607; über dem Gesims pilastergerahmte Inschrifttafel (1773). Auf der Hofseite oktogonaler Wendelstein. 1773 Erneuerung, aus dieser Zeit Hauszeichen eines Adlers an der Nordostecke. 1872 Verlegung von Tordurchfahrt und Renaissanceportal in die Mitte des Hauses, Erhöhung um ein Geschoß, Ladeneinbauten; 1912 Putzfassung der Hauptfassade. Der östl. Hofflügel im Kern mittelalterlich, M. 16. Jh. und um 1800 erneuert, mit tonnengewölbten Räumen im Erdgeschoß, die Fenstergewände zur Elbstraße überwiegend mit Kerbschnittmuster, 16. Jh. Südflügel zum Hof zwei-, zum Garten dreigeschossig, zehnachsig mit profilierten Rundbogenpforten nach beiden Seiten, zum Hof urspr. großes Tor, um 1540. Hier und im angrenzenden Teil des Ostflügels befand sich die Malwerkstadt Lucas Cranachs d.Ä. Westflügel zweistöckiger Fachwerkbau, Wirtschaftsgebäude, um 1800, der mittlere Teil mit zweijochigem Kreuzgratgewölbe im massiven Unterstock.

 






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