Dehio Digital

Gemeinsam mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg – und dessen Partnern ist die Dehio – Vereinigung gegenwärtig auf dem Weg zu einem „Digitalen Dehio“.

Ziel des Vorhabens ist die gemeinsame Erstellung und der technische Betrieb eines frei zugänglichen digitalen und bebilderten Bestandsverzeichnisses der bedeutenden Bauwerke in Deutschland, inklusive der Dokumentation ihrer Ausstattung. Dazu werden die Strukturdaten (Ort, Objekt, Autor, Datierung usw.) aus den Texten des DEHIO-Handbuchs „ausgelesen“ und in einer aufzubauenden Online-Datenbank unter eigener Domain im Internet zur freien Nutzung verfügbar gemacht und mit den Originaltexten sowie digitalen Fotografien des vom Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (im Folgenden: DDK) betriebenen „Bildindex der Kunst und Architektur“ (im Folgenden: Bildindex) und weiteren teilnehmenden Einrichtungen verbunden.

Geplant wird ein Pilotprojekt von drei Jahren, in denen sämtliche territorial strukturierten Einzelbände des DEHIO-Handbuchs digital aufbereitet werden sollen. Unter Federführung des DDK in Kooperation mit der Dehio-Vereinigung soll hierzu ein technisches Konzept in Kooperation mit der Thüringischen Universitäts- und Landesbibliothek (im Folgenden: ThULB), und der eingetragenen Genossenschaft digiCULT-Verbund eG (im Folgenden: digiCULT) entwickelt und umgesetzt werden. Des Weiteren wird kooperativ das Herder Institut für historische Ostmitteleuropa-Forschung in Marburg (im Folgenden: Herder-Institut) in das Vorhaben eingebunden. Das Herder-Institut betreut aktuell die Erstellung von DEHIO-Bänden zu einzelnen Ländern der Region Ostmitteleuropas und strebt hier seit Längerem eine digitale Publikationsform an. Die detaillierte Ausarbeitung und Umsetzung des technischen Konzepts innerhalb der Pilotphase ist Grundlage für die zukünftige Betriebsphase, für die eine Kooperation mit der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) angestrebt wird.

Auf diese Weise entsteht in Kooperation mit leistungsstarken Kultur- und Infrastruktureinrichtungen ein neues Online-Portal, das qualifizierte Recherchen nach Bau- und Kunstwerken und deren Beschreibungen über sämtliche Bände des DEHIO-Handbuchs hinweg ermöglicht, unter Beibehaltung des beschreibenden Fließtextes. Angereichert um international etabliertes Fachvokabular (z.B. Art & Architecture Thesaurus des Getty Research Institute) und Normdaten der Deutschen Nationalbibliothek (Gemeinsame Normdatei), erlaubt der Dehio digital kombinierte Suchanfragen, etwa nach Kriterien wie: Baudatum, Gebäudetyp, Bundesland oder Gemeinde, Künstlername, vorhandene Ausstattung usw. Das Handbuch als gedrucktes Buch soll parallel weiterhin mit dem traditionsreichen Deutschen Kunstverlag produziert werden, womit der gewohnte Zugriff in Bibliotheken und über den Buchhandel gewährleistet bleibt, erweitert durch zukünftig umzusetzende zeitgemäße Formen wie Crossmedia-Publishing, E-Pub, Print on Demand usw.

Bilder und Metadaten sollen darüber hinaus auch an die Europeana geliefert werden, um dem Datenbestand auch international eine möglichst große Reichweite zu gewähren. Leitend sind prinzipiell die  in den Digital Humanities grundlegenden „FAIR-Prinzipien“, nach denen Forschungsdaten gut auffindbar, zugänglich, vernetzbar und wieder verwendet werden können sollen: „Findable, Accessible, Interoperable, and Re-usable“.

Die Projektziele auf einen Blick:

  • Offener Zugang von Text- und Bilddaten nach den FAIR-Prinzipien: „Findable, Accessible, Interoperable, and Re-usable“.
  • Anwenderfreundlichkeit durch nutzerorientiertes Web-Angebot, spezifiziert durch Bedarfsanalysen verschiedener Zielgruppen.
  • Teilhabe/Partizipation der Öffentlichkeit am kulturellen Erbe Deutschlands.
  • Größtmögliche Online-Reichweite durch Verbreitung über DDB und Europeana.
  • Verknüpfung mit wissenschaftlichen Bild- und Objektdaten von Kulturerbe-Einrichtungen und Forschungsinstitutionen, vorzugsweise in Kooperation mit der DDB.
  • Wissenszuwachs durch Verlinkung mit weiteren Online-Ressourcen für kulturelle Bildung sowie Öffnung für die sozialen Medien.
  • Anreicherung mit wissenschaftlichen und bibliothekarischen Normdaten (Getty-Vokabulare, Gemeinsame Normdatei)
  • Zeitgemäße Vermittlungsformen
  • Multifunktionalität in einer standardbasierten Datenbankarchitektur
  • Aufzeigen länderübergreifender kultureller Zusammenhänge (Verknüpfung mit den Bild- und Objektdaten der Nachbarländer – Digitaler Dehio OME)

Für die Einrichtung und Fortschreibung wird es einen eigenen Webauftritt unter www.dehiodigital.de geben