Georg Dehio

Georg Dehio (*1850 in Reval, +1932 in Tübingen) war von der Ausbildung her Historiker, seine Leidenschaft gehörte allerdings der Kunstgeschichte. Nach Studien in Dorpat und Göttingen wurde Dehio 1872 als Schüler des berühmten Historikers Georg Waitz in Göttingen promoviert. Vier Jahre später habilitierte er sich in München mit einer Arbeit über die „Geschichte des Erzbistums Hamburg-Bremen“. Anschließend wirkte er an der dortigen Universität als Privatdozent für Geschichte. Bereits in dieser Zeit konzentrierte sich Dehios Forschungsinteresse immer stärker auf die deutsche und europäische Kunstgeschichte. Mehrere ausgedehnte Studienreisen führten ihn nach Italien und Frankreich.

Ab 1883 wirkte er als Hochschullehrer in Königsberg und hielt ab 1889 auch Vorträge an der dortigen Kunstakademie. 1892 erhielt Dehio einen Ruf an das Kunstgeschichtliche Institut in Straßburg, wo er sein aktives akademisches Leben 1919 beendete. In Straßburg wirkte Dehio auch als Direktor der Gemäldegalerie und engagierte sich im Zusammenhang mit seiner Arbeit am Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler für die Denkmalpflege in Deutschland sowie den „Deutschen Verein für Kunstwissenschaft“ (gegr. 1908). Aus dem Elsass, das infolge des Versailler Vertrages an Frankreich zurückgefallen war, wurde Dehio im Januar 1919 ausgewiesen. Er verbrachte seinen Lebensabend in Tübingen.

Georg Dehio im Kreis seiner Straßburger Mitarbeiter.

 

 

 

 

Das bedeutendste Werk des deutschen Historikers und Kunsthistorikers ist das 1905-12 erschienene fünfbändige „Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler“

Zusammen mit Gustav von Bezold hatte Dehio zuvor die „Kirchliche Baukunst des Abendlandes“ (1884-99) verfasst und parallel dazu eine „Kunstgeschichte in Bildern“ erarbeitet. 1905 erschien in Straßburg sein wegweisender Aufsatz „Denkmalschutz und Denkmalpflege“, desgleichen veröffentlichte er in dieser Zeit sein Buch „Denkmäler der deutschen Bildhauerkunst“. 1914 erschienen in München Dehios gesammelte „Kunsthistorische Aufsätze“. Nach Ende des Ersten Weltkriegs beschloss Georg Dehio sein Lebenswerk mit der „Geschichte der deutschen Kunst“ (1919-25).