Das Handbuch
Die Entstehung
Nachschlagewerk und Reisehandbuch
Aktuelle Dehio-Projekte
 
  "Zusammen mit Gustav von Bezold hat Georg Dehio – erstens – von 1884 bis 1901 mit dem Atlas "Die kirchliche Baukunst des Abendlandes" der damals jungen akademischen Disziplin Kunstgeschichte eine historische und systematische Grundlage sowie einen handwerklichen Maßstab geschaffen, der in und für ganz Europa über lange Zeit Gleiches suchte. Zwischen 1899 und 1905 hat er – zweitens – das "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler" geplant, zu einem guten Teil verfasst und dann bis zu seinem Tod 1932 als volksbildnerisches Projekt geleitet. Inzwischen darf dieses Handbuch nicht nur als Bildungs-, sondern kann auch als wissenschaftliche Instanz des deutschen, österreichischen und nunmehr auch polnischen, vornehmlich architektonischen Patrimoniums voll genutzt werden. Es darf auch hoch geschätzt werden. Denn Generationen meist junger Kunsthistoriker haben es in mehreren Auflagen bis zu der jüngst abgeschlossenen Neubearbeitung auf einen hohen wissenschaftlichen Standard gebracht, den dieser Reisebegleiter keineswegs von Anfang an hatte."

Heinrich Dilly in: Die Denkmalpflege 2/2005, S. 126 (in seiner Rezension der Dehio-Biographie von Peter Betthausen)


 
  "Kein zweiter deutschsprachiger Kunsthistoriker ist so populär geworden wie Georg Dehio. Sein Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, vor 100 Jahren in Straßburg konzipiert und zwischen 1905 und 1912 in fünf Bänden im Verlag von Ernst Wasmuth in Berlin publiziert, gibt es noch immer, zum Nutzen von Fachleuten und Kunstfreunden. Zwar ist beim Text im Lauf der Zeit fast kein Stein auf dem anderen geblieben, das Grundmuster hat sich jedoch erhalten. Im "Dehio" - und nur dort - findet man, von Fachleuten kritisch beschrieben, die ortsfesten architektonischen und bildkünstlerischen Denkmäler, die deutsche Städte, Dörfer und Landschaften prägen. Es läßt sich andererseits aber nicht leugnen, daß trotz der Bekanntheit seines Namens Dehios Hinterlassenschaft heute sonst kaum noch beachtet wird."

Peter Betthausen, Georg Dehio (1850-1932). Eine biographische Skizze, in: Georg Dehio (1850-1932). 100 Jahre Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, München/Berlin 2000, S. 9


 
 
 

"Dehio selbst war klar, dass er längst nicht alles erfasst hatte, was in ein solches Handbuch gehört - trotz des immer festgehaltenen Zieles von Sichtung und Auswahl. Er vertraute sein Werk Ernst Gall (1888-1958) an, der zunächst eine Neubearbeitung in zehn Bänden plante. Sie blieb aber unvollendet (1934-1956). Daß für die von Gall nicht mehr behandelten Regionen, aber auch für die bereits beschriebenen Teile Deutschlands eine Neubearbeitung des Werkes unumgänglich war, konnte niemand leugnen. Das Unternehmen wurde von beiden Teilen Deutschlands gemeinsam vorangetrieben - neben der Veröffentlichung zur Glasmalerei des Mittelalters (Corpus Vitrearum Medii Aevi) war es das einzige kunstwissenschaftliche Projekt, das gesamtdeutsch blieb. [...] Inzwischen kann das Handbuch auf fast ein Jahrhundert zurückblicken - die Frage, wie es weitergehen soll, muß im Hinblick auf die beiden letzten Bände gestellt werden. Zwei Entscheidungen sind längst gefallen und bedürfen keiner Revision. Daß die Bände nur in sehr enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Denkmalämtern erarbeitet werden können, dem wird niemand widersprechen wollen. Man sollte nicht versuchen, etwa ein eigenes Institut für ganz Deutschland zu gründen. Zweitens darf der Dehio sich nicht die amtlichen Denkmälerlisten inkorporieren - Auswahl und Wertung müssen weiterhin leitende Gesichtspunkte bleiben."

Rainer Haussherr, Des Reiches Herrlichkeiten. Die Neubearbeitung des Dehio ist abgeschlossen, in: FAZ 1.3.1999


"In seiner jetzigen Form ist aus dem Handbuch und Nachschlagewerk ein Lesebuch geworden, das man eher zu Hause denn auf Reisen benutzt. Man hat mir vorgeworfen, ich wolle den Dehio 'zurückschrumpfen'. Wofür ich tatsächlich plädiere: keine ausufernden, sondern knappe, mehr hinweisende als erschöpfende Beschreibungen, um dem Benutzer eine Anleitung zu selbständigem Sehen und Entdecken vor Ort zu geben, und den durch die Beschränkung behaltenen Raum für die Aufnahme weiterer Denkmäler entsprechend den Forderungen der Gegenwart und für mehr Information zu nutzen."

Ernst Badstübner in: Sachsen-Anhalt, Jahrbuch der Historischen Kommission Sachsen-Anhalt, Bd. 22, 1999/2000, S. 412 ff


Zum Dehio Franken


"Wenngleich also die jüngere Darstellung gegenüber den älteren Dehios da und dort an Würze verliert, gewährt sie doch einen tieferen Einblick in die Geschichte der Kunstwerke. Hatte sich Dehio überwiegend noch darauf beschränkt, einzelne Baudenkmäler und ihre Ausstattung vorzustellen, so werden nun auch die jeweiligen Orte und Städte in den Blick gerückt. [...] Ausführliche Darstellungen, die den neuesten Stand der Forschung wiedergeben, erfahren auch ländlich entlegene, aber bedeutende Klöster wie Banz oder Ebrach, ebenso fürstliche Sommerresidenzen wie Schloss Werneck oder Schloss Weißenstein in Pommersfelden. Passagen hingegen, die kleinere, weniger bekannte Orte und Städte betreffen, unterscheiden sich zuweilen nicht allzu sehr von Dehios Urtext und können Datierungsfehler enthalten. Eher stiefmütterlich wird insgesamt die plastische Kunst behandelt. [...] Durch eine überlegte Auswahl könnte Platz gewonnen werden, um die Hauptwerke genauer zu erfassen und zu deuten."

Erwin Seitz, Balthasar Neumann wird noch immer besser. Und der Dehio will alles noch genauer wissen: Franken in neuer Bearbeitung, in: FAZ 5.4. 2000


Zum Dehio Berlin


"Es liegt in der Natur der Sache, dass sich das Aussehen der Dehio-Bände über die Jahre stark verändert hat und sie sich auch untereinander erheblich unterscheiden. Bestanden die Beschreibungen früher hauptsächlich aus für Laien kryptischen Abkürzungen, so hat inzwischen immer noch knappe, aber lesefreundlichere Prosa Einzug gehalten. Dazu kommt, dass Berlin als Stadt eine ganz andere Beschaffenheit aufweist als alte Kulturlandschaften wie etwa das Rheinland oder Bayern. In der Berliner Ausgabe liegt das Schwergewicht auf dem 19. und 20. Jahrhundert, auch haben die gut dreißig beteiligten Kunsthistoriker mehr Zeitgenössisches zusammengetragen als sonst üblich."

Ulrich Clewing, Die glücklichen zweitausend. Der Berlin-Band von Dehios Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler in neuer Ausgabe, in: FAZ, 5.5.2000


 
 
 

Zum Dehio Brandenburg

"Galt bisher den Autoren des Dehio der Klassizismus als Zeitgrenze, hat sich nun eine neue Generation von Architekturforschern auch dem allgemein zunehmenden Interesse an Bauwerken aus dem 19. und 20. Jahrhundert gestellt. Zwar ist noch immer die mittelalterliche Backsteingotik Schwerpunkt des Buches, doch wurden nun auch Gutshäuser, Villen, Siedlungen und Industriebauten aus den Epochen bis in die 1960er Jahre aufgenommen. Der sozialistischen Idealstadt Eisenhüttenstadt hat man sogar ein Sternchen für besonders sehenswerte Orte gegeben."

Rezension von Hanne Bahra, in: Der Tagesspiegel, 14.10.2000


Zu den Dehio-Bänden Berlin und Brandenburg


"Verglichen mit den 1987 und 1988 vom damaligen DDR-Institut für Denkmalpflege erarbeiteten Dehio-Ausgaben für Berlin (Ost) beziehungsweise die früheren Bezirke Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus ergeben sich Veränderungen nicht nur in quantitativer, sondern auch in qualitativer Hinsicht, was Auswahl und Wertung der Objekte betrifft. Bei Oranienburg beispielsweise bietet die Neubearbeitung eine ausführlichere Darstellung der Stadtgeschichte, auch bei einzelnen Gebäuden vom nunmehr als Museum genutzten Schloss abwärts findet man präzisere und vollständigere Angaben zur Bau- und Restaurierungsgeschichte. Jetzt werden auch etliche vor zwölf Jahren unerwähnt gebliebene Bauten gewürdigt."

Helmut Caspar, Denkmalinventar als Wegbegleiter. Mit Dehio an der richtigen Adresse, in: Märkische Allgemeine, 21.11.2000


Zum Dehio Mecklenburg-Vorpommern


"Mit leichtem Bedauern ist zunächst festzustellen, daß - und nicht nur bei diesem, sondern bei allen neuen Bänden - auf einiges verzichtet wurde, das der Benutzer früherer Ausgaben durchaus zu schätzen wußte. So sucht man vergebens ein historisches Vor- oder Nachwort, in dem man sich über die Entstehung der nicht immer in der aktuellen Form zusammengehörenden Region informieren könnte und auch das früher beigegebene Verzeichnis der benutzten Inventare, hilfreich für alle 'Einsteiger', die weiteres wissen wollen, fehlt. Keine Änderung ist allerdings beim leidigen Problem der unterschiedlichen Maßstäbe der beigegebenen Grundrisse festzustellen [...]."

Rezension von Sabine Bock, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 2/2001, S. 46f




 






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